Barrierefreiheit 2.0 - Rückblick auf den 7. Workshop in Darmstadt

- R. JoKic für WEB for ALL
Mittwoch, 22. September 2010
10:30 - 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Schenck Technologie- und Industriepark, Landwehrstrasse 55, Darmstadt
Für Menschen mit Behinderungen soll das Web 2.0 - als eines der Schlagwörter der Gegenwart - vor allem soziale Barrieren abbauen. Das ist zunächst Ziel, Vision und Absicht des Social Web. Auf dem 7. Workshop zum Thema "Barrierefreiheit 2.0" in Darmstadt - in Kooperation mit WEB for ALL - wurde aber deutlich, dass noch einiges in dieser Hinsicht zu tun ist. Auch wenn das Problem "CAPTCHA" kein eigentümliches Handicap des Web 2.0 ist, so macht es vielen blinden und sehbehinderten Internetnutzern dennoch viele Sorgen. CAPTCHA ['kæptʃə] ist ein Akronym für Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart.CAPTCHAs sind meist Challenge-Response-Tests, bei denen der Befragte eine Aufgabe (Challenge) lösen muss und das Ergebnis (Response) zurückschickt. Beispiele: Reise buchen, Internet-Shop, Auto mieten, u.a.m.
Dr. Karl-Heinz Weirich stellt IBM-Projekte vor ...

- J. Hüllen über E-Learning

- K.-H.. Weirich von IBM
Dr. Karl-Heinz Weirich von IBM Deutschland MBS GmbH berichtete in seinem ausgezeicheneten Vortrag über verschiedene Projekte, die die Themen "Sprachsteuerung", "Sprachsynthese" oder das Arbeiten in sozialen Netzen betraf. Dabei wurde deutlich, dass IBM durchaus eine Vorreiterrolle beanspruchen darf. So erfuhren die Zuhörer beispielsweise in dem Projekt "Jumbo", wie Gesprochenes im Voice Chat oder im integrierten Videokonferenztool in Textnachrichten umgewandelt wird. Das "Social Accessibility Projekt" von IBM, auf das auch Michael Schaten von der TU Dortmund in seinem Vortrag einging, stellt ein Versuchsprojekt dar, das die Barrierefreiheit im Web mit Hilfer einer Community verbessern möchte. Interessant war auch die Schaffung der Barrierefreiheit von virtuellen Welten, die im Projekt Kestrel vorgestellt worden war. Das Projekt ist allerdings noch im Versuchsstadium und viele Fragen sind weiterhin offen. Aber der Experte ist fest davon überzeugt, dass die schwierige Materie dennoch beherrschbar ist.
Das Web 2.0 bleibt eine Herausforderung ...
Kerstin Probiesch aus Marburg hatte zuvor eine Bestandsaufnahme der Barrierefreiheit im Web 2.0 vorgenommen. Sie machte deutlich, dass für Menschen mit Behinderung das Web 2.0 eine Herausforderung, aber auch eine nehmbare Hürde darstellt. Ob Social Bookmarking, Blogs, Microblogging (wie Twitter) oder Video-Sharing (YouTube, Vimeo) - blinde und sehbehinderte Menschen bewegen sich ebenfalls in diesem Medium, wenngleich auf unterschiedliche Weise. Aber die Kommunikation im Web 2.0 stellt auch für sie eine Möglichkeit dar, sich über das Internet auszutauschen. Jürgen Hüllen vom Berufsförderungswerk Düren referierte über häufige Problempunkte von E-Learning Systemen in Bezug auf die Barrierefreiheit für Menschen mit Sehschädigung. Dabei wurde deutlich, dass gerade E-Learning ein wesentliches Medium für diese Gruppe darstellt. Entsprechend umfangreich sind auch die Projekte in Düren, von deren Erfahrungen Herr Hüllen berichtete.
Insgesamt war der Workshop eine gelungene Veranstaltung, auch wenn der Veranstalter sich noch mehr Teilnehmer gewünscht hätte. Die Nähe zu anderen Veranstaltungen mit dem gleichen Thema war wohl doch eine schwer nehmbare Hürde gewesen.
FRÜHERE WORKSHOPS
20.06.2007, 26.10.2006, 23.03.2006, 12.05.2005, 14.10.2004, 13.05.2004

